Retail Media im Q1 2026: Dynamik und Konsolidierung in der DACH Region

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Retail Media Q1 2026: Dynamik und Konsolidierung in der DACH-Region

Anfang 2026 erreicht Retail Media in der DACH-Region einen Wendepunkt. Was vor kurzem noch eine Nische war, treibt heute den strategischen Wert des Handels voran. Drei Entwicklungen prägen das Bild: künstliche Intelligenz, einheitliche Messstandards und die Konzentration auf grosse Plattformen.

In diesem Beitrag teilt Marc Meghji, Business Development Manager bei Goldbach, seine persönlichen Takes und ordnet die aktuellen Trends aus der Goldbach-Perspektive strategisch ein.

Deutschland

Deutschland ist der mit Abstand grösste Werbemarkt im deutschsprachigen Raum und zugleich der Taktgeber für Retail Media in der gesamten Region. Mit einem Gesamtwerbemarkt von rund 63 Milliarden Euro Nettoumsatz (Statista) und einem der dichtesten Retail-Media-Ökosysteme Europas gibt Deutschland das Tempo vor. Grosse Plattformen wie Amazon, Otto und Zalando haben Retail Media als eigenständige Erlösquelle etabliert, und der BVDW dokumentiert jährlich eine wachsende Zahl an Retailern, AdTech-Providern und Datenanbietern im deutschen Markt. Retail Media wuchs 2025 in Deutschland um rund 17 Prozent und damit deutlich schneller als der digitale Werbemarkt insgesamt. Budgets verlagern sich klar: weg von klassischen Kanälen, hin zu performanceorientierten Formaten mit messbarem Kaufbezug.

Marc’s Take: Was in Deutschland bereits Realität ist, kommt in der Schweiz an. Mit etwas Verzögerung, aber mit voller Wucht. Der deutsche Markt zeigt, wie Retail Media vom Experiment zur festen Budgetposition wird. Für Marken mit Ambitionen im deutschsprachigen Raum lohnt es sich, diese Entwicklung jetzt zu verstehen und die eigene Positionierung rechtzeitig zu definieren, bevor die Strukturen gesetzt sind.


Österreich

In Österreich ist das Retail-Media-Ökosystem klar strukturiert. Neben Amazon Ads sind Player wie Douglas Marketing Solutions, die MediaMarktSaturn Retail Group, die Obi First Retail Group, die Österreichische Post sowie Zalando aktiv. Die grössten Aufgaben bleiben Standards und Messbarkeit: Handel, Marken und Agenturen müssen sich auf gemeinsame Definitionen einigen, wie Effektivität gemessen wird.

Marc’s Take: Österreich ist für uns ein aufschlussreicher Referenzmarkt: Ähnlich wie die Schweiz ist AT ein vergleichsweise kleiner, qualitätsbewusster Markt – und trotzdem haben sich dort mehrere spezialisierte Retail-Media-Netzwerke parallel etabliert. Das zeigt: Auch ohne die Grössenordnung von Deutschland entsteht ein funktionierendes Ökosystem. Die Schweiz steht vor denselben strukturellen Fragen – welche Händler investieren ernsthaft, und wie wird Werbewirkung gemeinsam gemessen? Die Entwicklung in Österreich gibt dabei wertvolle Orientierung.

Schweiz

Die Schweiz erlebt einen breiten Retail-Media-Aufbruch. Migros hat Anfang 2026 digitale Werbeformate auf der eigenen Plattform eingeführt und rüstet parallel bis zu 400 Filialen mit Instore-Screens aus. Ein klares Signal für den Omnichannel-Anspruch des grössten Schweizer Lebensmittelhändlers. Auf Basis einer jahrelang aufgebauten Infrastruktur hat die Galaxus Agency ihr Retail-Media-Angebot nun gezielt professionalisiert, um die Reichweite von 3,3 Millionen aktiven Schweizer Kundinnen und Kunden für Markenpartner voll nutzbar zu machen. Und Brack treibt den Aufbau von Sponsored Products und First-Party-Datenprodukten aktiv voran. Der Schweizer Detailhandel entdeckt seine Werbeflächen online wie stationär.

Marc’s Take: Was sich hier gerade zeigt, ist kein Zufall: Die grössten Schweizer Händler investieren gleichzeitig in Retail Media. Jeder mit seinem eigenen Ansatz, seinen Daten und seiner Reichweite. Das Ökosystem nimmt Form an. Am Retail Media Day 2025, den Goldbach als Partner mitgetragen hat, wurde deutlich: Die Schweizer Branche ist dabei, gemeinsame Standards und Definitionen zu etablieren. Für Marken bedeutet das, dass Retail Media in der Schweiz zunehmend planbar und messbar wird und damit ernst zu nehmen ist. Goldbach begleitet diese Entwicklung aktiv.

Europaweit

Europaweit steuert Retail Media auf einen prognostizierten Umsatz von 28.8 Milliarden Euro im Jahr 2028 zu. Amazon setzt mit dem AI Creative Studio technologisch die Benchmarks. Das neue Attributionsmodell vom 1. Januar 2026 fordert viele Agenturen heraus, da es stärker auf kurze Zeitfenster und direkte Kaufsignale im Shop setzt. Das zeigt: Der Kanal wird komplexer.

Marc’s Take: Retail Media wird 2026 zum unverzichtbaren Performance-Kanal. Der Markt entwickelt sich weg von Versuchen hin zu integrierten Strategien.
Für Marken in der Schweiz bedeutet das: Jetzt ist der richtige Moment, die eigene Retail-Media-Strategie zu definieren – bevor der Markt konsolidiert ist und die Gestaltungsspielräume kleiner werden. Goldbach begleitet dich diesen Prozess und steht für den Austausch bereit.

Marc Meghji

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Publiziert am 13.04.2026

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